Doel: Ich glaub, ich bin im Comic

Ein fast menschenleeres Dorf voller gigantischer Wandmalereien

Der kleine belgische Ort Doel am Rande von Antwerpen wurde vor einigen Jahren fast komplett geräumt. Die leerstehenden Häuser sind zu Leinwänden für Street-Art-Künstler geworden: Keine Schmierereien sondern Kunstwerke bestimmen, neben dem Verfall, das Ortsbild. Die teils hausgroßen Malereien sind (nicht nur) für Kinder sehr beeindruckend.

Der Hintergrund ist mindestens umstritten: Um den Antwerpener Containerhafen zu vergrößern, wurden die allermeisten Bewohner des Ortes umgesiedelt. Doch obwohl das schon einige Jahre zurückliegt, stehen fast alle Häuser noch. Es gibt einige wenige, die weiterhin in Doel leben – weshalb auch um ein entsprechend zivilisiertes Verhalten gebeten wird und sich die Vandalismusschäden in Grenzen halten.

Kindgerechte Grosskunstwerke

Die Kunstwerke sind bis auf ganz wenige Ausnahmen absolut jugendfrei und kindgerecht, also ohne irgendwelche Anstößigkeiten, so dass man mit Kindern jeden Alters nach Doel fahren kann. Man wird zwar einiges erklären müssen, aber die staunenden Gesichter im Angesicht der hausgroßen Ratten, Stiere, Gorillas und anderer Tiere zeigen, dass Kinder sehr wohl einen Zugang zu dieser Art von Kunst haben.

Schön ist auch, dass Kinder in den menschen- und autoleeren Straßen nach Herzenslust herumrennen können, es liegt auch nicht besonders viel Müll herum oder Scherben. Neben den Wandmalereien ist es auch sehr interessant, wie die Natur sich den Ort langsam zurückerobert und die Gärten und Plätze teilweise wie Urwälder auszusehen beginnen.

Nicht ganz so schön ist, dass in unmittelbarer Nähe des Ortes ein Kernkraftwerk liegt, was manchem sicher ein etwas mulmiges Gefühl geben mag. Dass man dieses Gefühl nicht mehr hat, sobald man das Kraftwerk nicht mehr sieht, zeigt aber schon, dass das nicht so ganz rational ist…

Für Kinder jeden Alters. In den autofreien Straßen kann man auch prima Fahrrad, Laufrad, Inliner und sonstiges fahren. Auch bei nicht ganz so gutem Wetter zu empfehlen.
Da es den Ort offiziell noch gibt, kann man ihn ganz einfach ins Navi eingeben. Man fährt durch die Hafenanlagen von Antwerpen, was auch ganz spannend ist.
Es gibt in Doel tatsächlich noch ein Restaurant und eine Kneipe.
Das Restaurant befindet sich in einer alten Mühle auf dem Deich, das Essen ist richtig gut!
Die Kneipe mitten im Ort ist ein Treffpunkt der übriggebliebenen Einwohner, mit denen man dort schnell ins Gespräch kommt.
Eine offizielle Internetseite von Doel gibt es nicht, auf den meisten Seiten geht es um das Kenkraftwerk. Dieser Artikel auf Spiegel Online beschreibt den Ort, so düster wie der Autor kam uns Doel aber nicht vor.
Lust auf ganz viel schlammige Natur? Dann ist das „ertrunkene Land“ genau das Richtige.

Ein Kommentar zum Kinderreisetipp “Doel: Ich glaub, ich bin im Comic

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